Bochumer Botanischer Verein e. V. - Exkursionen
Gehölze im Winterzustand im Botanischen Garten Bochum - 15.02.2009


Der Botanische Garten Bochum hat mit mehr als 1000 Freilandgehölzen eine der größten Gehölzsammlungen NRWs. Die Sammlung bietet die Möglichkeit, alle heimischen und häufig gepflanzten Gehölze auf begrenztem Raum aufsuchen zu können. Eine Auswahl dieser Baum- und Straucharten wurde anhand ihrer Merkmale im Winterzustand vorgestellt. Trotz der Kälte kam ein ansehnliches Trüppchen zusammen und lernte auf einem zweistündigen Rundgang eine Menge, weit über das bloße Erkennen der Art hinaus. Ein Protokoll sparen wir uns an dieser Stelle, weil es sich ja fast ausschließlich um gepflanzte Gehölze handelte, weisen aber auf unsere Knospenseite hin, die Borken- und Holzseite ist derzeit noch im Aufbau.

Teilnehmer der Exkursion:
Veit Dörken (Leitung), Corinne Buch, Dieter Büscher, Peter Gausmann, Annette Höggemeier, Armin Jagel, Till Kasielke, Götz Heinrich Loos, Christina Raape, Reinhard Rosin,
Ralf Seipel, Barbara Weiser.



Exkursionsleiter, Fotografin ...

... und weitere Interessierte

Halt am Teich: ...

... Diskussion ...

... und Zweifel an der Atmung in den "Atmungsknien" der Sumpfzypresse (Taxodium distichum)

Es ist kalt! Raureif an den am Boden liegenden Kurztrieben der winterkahlen Sumpfzypresse


Auch wenn Blätter und Blüten fehlen: zum Erkennen von Gehölzen im Winter ist noch genug vorhanden


Zweige
 

fischgrätenähnlich bei der Scheinbuche (Nothofagus antarctica), ...

... gegenständig verzweigt mit typischen Knospen beim Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum)

Knospen
 

flauschig bei der Stern-Magnolie (Magnolia stellata)

schülfrig (mouse it!) beim Sanddorn (Hippophae rhamnoides, bei dem Exemplar hier handelt es sich um die ssp. fluviatilis = H. fluviatilis)

Die leicht zu erkennende Esche (Fraxinus excelsior) mit gegenständigen, fast schwarzen Knospen

Erläuterungen
 

Stamm und Borke

Zerr-Eiche (Quercus cerris, Fagaceae)

und aus der Nähe, mit einem Algenüberzug

Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera, Magnoliaceae), ebenfalls von einer auffällig orangen Alge überzogen

Sumpfzypresse (Taxodium distichum, Taxodiaceae)

besonders schön: der Streifen-Ahorn (Acer pensylvanicum)

Grau-Birke oder Pappelblättrige Birke (Betula populifolia), nicht alles Weiße ist "Betula pendula"...

Eisenholzbaum ...

... Parrotia persica (Hamamelidaceae), mit dichtem, schwerem Holz

Riesen-Mammutbäume (Sequoiadendron giganteum, Taxodiaceae) ...

... aus Kalifornien

Auch die Sträucher haben charakteristische Borken, wie hier die Kolkwitzie (Kolkwitzia amabilis, Caprifoliaceae) ...
 

... und selbst ein Schnitt kann hilfreich sein: Deutzien sind hohl (Deutzia longifolia, Hydrageaceae), ...

... braunes Mark beim Trauben-Holunder (Sambucus racemosa), weißes beim Schwarzen (Sambucus nigra)

gut erkennbar weil besonders fies: eine Rose aus der Rosa pimpinellifolia-Gruppe, Rosa altaica ...

... mit verschiedenartigen Stacheln

Fundstücke am Boden

z. B. die Zapfen der Japanischen Lärche (Larix kaempferi)
   

Immergünes ist leichter zu erkennen, zumal viele der Koniferen um Winter noch ihre Zapfen tragen, z. B. die Westliche Hemlocktanne (Tsuga heterophylla)

Das neue Jahr bemüht sich, endlich auch botanisch loszulegen

Die Schwarz-Erle (Alnus glutinosa) beginnt zu blühen, ...

... die Grau-Erle (Alnus incana) auch, ...

... die Fiederspiere (Sorbaria sorbifolia) treibt aus, ...

... das Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum ssp. caucasicum) versucht es schon länger

... wie auch die Chinesische Zaubernuss (Hamamelis mollis)...

... und die Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus).

Aber nicht alle haben diesen in Bochum sehr kalten Winter schadlos überstanden

Der weltberühmten Wollemie (Wollemia nobilis) aus Australien war es wohl doch etwas zu kalt. Wenigstens der Teil, der von der Schneedecke bedeckt war, ist grün geblieben.

Selbst dem Schneeglöckchen geht der lange kalte Winter langsam auf die Nerven. Es leidet zwar überhaupt nicht unter den niedrigen Temperaturen, aber an der gleichzeitig scheinenden Sonne, weil es wegen des gefrorenen Bodens nicht an Wasser kommt.

Gegen Ende noch eine kleine Beerenkunde

Schwarze Johannisbeere (Ribes nigrum)

Rote Johannisbeere (Ribes rubrum)
und hier spielt auch der Geruchssinn eine Rolle, denn:

die schwarze riecht, ...

... die rote nicht

Letzte Zusammenkunft...

... um Blumen sprechen zu lassen: eine Reminiszenz an den gestrigen Valentinstag ...

Zaubernuss macht glücklich ...

... und wird daher sogar mit nach Hause genommen.
 
Ansprechpartner: Armin Jagel