Bochumer Botanischer Verein e. V. - Exkursionen
Hagen-Reh: NSG Hasselbachtal - 05.09.2010


Das NSG Hasselbachtal in Hagen ist wegen seiner Bachauenwälder mit Vorkommen von Riesen-Schachtelhalm, Vogel-Nestwurz und weiteren Orchideenarten besonders wertvoll. Einer der Höhepunkte der Exkursion sollte die Blüte der seltenen Herbstzeitlosen sein, denn diese bilden dort eine der größten Populationen der Region. Auch geologisch ist das Hasselbachtal äußerst interessant. Ein Aufschluss dokumentiert die Grenze zwischen den erdgeschichtlichen Epochen Karbon und Devon. Zu dieser Zeit starben durch eine globale Katastrophe etwa
40-50 % der Tier- und Pflanzengruppen aus, was durch das Auftreten bestimmter Leitfossilien in den jeweiligen Schichten belegt wird.

Protokoll



Ein Tarzan an einer Clematis-Liane

Grüne Nieswurz (Helleborus viridis)

Anders als in Bochum hier mal nicht aus Gartenmüll: der Waldmeister (Galium odoratum) ...

... und der ebenfalls hier heimische Gewöhnliche Schneeball (Viburnum opulus)

Großblütiges und ...

... Kleinblütiges Rühr-mich-nicht-an
(Impatiens noli-tangere und Impatiens parviflora)

Ein Mistkäfer auf Pferdeäppeln

Ein weiterer Haufen, der von der Roten Waldameise

Urzeit-Idylle im Sonnenlicht, ein eindrucksvoller Bestand ...

... des Riesen-Schachtelhalms ...

... Equisetum telmateia.

Gerade erblüht, die Herbstzeitlose, hier im Bereich der Nordgrenze ihres natürlichen Areals.

Zweispaltiger Hohlzahn (Galeopsis bifida)

Wirbeldost (Clinopodium vulgare)

Westfälische Segge (Carex guestphalica)

Gewöhnliche Goldrute (Solidago virgaurea)

Ein Beweis für den Kalk: die Tollkirsche
(Atropa belladonna)

Kriechende Rose ...

... Rosa arvensis

Höchster Punkt der Tour erreicht:
die (ehemalige) Schälker Heide
 

Passend zur Höhe: der Schlangen-Knöterich (Bistorta officinalis)


Wohl das Highlight des Tages,
noch niemals in diesem Messtischblatt gefunden, erspäht und erkannt von Hans Jürgen Geyer:


... der sehr dicht- aber kurz-drüsige ...

... Große Odermennig, ...

Agrimonia procera!

Spektakuläres unter einem Rosenblatt ...

... die Raupe des Buchen-Rotschwanzes oder auch Buchen-Streckfußes (Dasychira pudibunda, ein Nachtfalter aus der Familie der Trägspinner, Lymantriidae).

Zurück im Naturschutzgebiet
 

Eine Wiese mit ...

... vielen violetten Punkten ...

... der Teufelsabbiss ...

... Succisa pratensis

Kümmel-Silge ...

... Selinum carvifolium

Blutwurz (Potentilla erecta)

Waldbrettspiel (Pararge aegeria)

Grünes Heupferd (Tettigonia viridissima)

Waldeidechse (Lacerta vivipara)

Raue Waldtrespe (Bromus benekenii)

... und seine obersten beiden Blattscheiden

Und zum Schluss ...

... noch ein Erdstern (Geastrum fimbriatum).
 
Ansprechpartner: Armin Jagel