Bochumer Botanischer Verein e. V. - Exkursionen
Erwitte (Krs. Soest): NSG "Pöppelsche" - 18.08.2012


Weißdorn, Rosen und "anderes Kritisches" in der Pöppelsche.
Rosengewächse mit Stacheln und Dornen bereiten bekanntlich oft Bestimmungsprobleme. Auf dieser Exkursion ins östliche Haarstrang-Hellweggebiet mit seinen Plattenkalken wurden im Schwerpunkt die hier artenreich vorhandenen Rosen und Weißdorne vorgestellt und dabei ihre Bestimmungsmerkmale genau erklärt. Auch andere Besonderheiten der Kalkflora, vor allem bestimmungskritische Arten, wurden nebenbei unter die Lupe genommen. Der Tag war der zweitheißeste des Tages, die Temperaturen näherten sich der 40 °C ...

Tabelle zur Bestimmung von Rosa Sect. Caninae
Graphik Verwandschaftsbeziehungen Crataegus
Protokoll




Hunds-Rose ...


... Rosa canina

Unsere häufigste Wildrosenart...

... kahl in jeder Hinsicht.

Die Kelchblätter fallen ab, bevor die Früchte richtig reif sind. Der Griffelkanal ist eng.
 

Mittelgebirgs-Hundsrose ...

... Rosa subcanina


Sie ersetzt Rosa canina im Sauerland und wächst hier in der Pöppelsche an der der Nordgrenze der heimischen Vorkommen,


Die Kelchblätter bleiben länger, der Griffelkanal ist um 1 mm weit

... mit der Rosengalle der Großen Rosengallwespe (Diplolepis rosae).

Die Hecken-Rose (Rosa corymbifera) ...

... ist das behaarte Gegenstück von Rosa canina, aber meist viel seltener.
   

Wein-Rose (Rosa rubiginosa). In den Kalkgebieten - so auch hier - heimisch, sonst meist aus Pflanzungen verwildert...

... mit bedrüsten Blättern mit intensivem Apfelweinduft.

... mit aufgerichteten Kelchblättern, die lange bleiben, mit kurzem Buttenstiel und weitem Griffelkanal.
   

Übergangs-Rose (Rosa schultzii = Rosa agrestis f. pubescens)

Eine Sippe aus dem Komplex von R. agrestis, aber mit dicht bedrüsten
Buttenstielen.

Sie macht den Übergang zu R. micrantha, ...

... bildet jedoch eigene Populationen.

Die Hybride zwischen beiden:
 

Rosa schultzii x rubiginosa
   

Kleinblütige Rose (Rosa micrantha) ...

... eine seltene Weinrosen-Verwandte, aber wenn vorhanden, dann meist mehrfach. Rundliche Blättchen wie R. rubiginosa, aber lange Buttenstiele, enger Griffelkanal, Kelchblätter hinfällig.
   

Hain- oder Fuchsschwanz-Minze (Mentha x villosa 'Alopecuroides' = Mentha spicata x suaveolens), ...

... eine unserer häufigeren Kulturpflanzen, steril, sich durch Rhizome vermehrend.

Edel-Minze ...

... Mentha x gracilis (= Mentha arvensis x spicata)

Die unbehaarte Sippe der Ähren-Minze: Grüne Minze ...

(Mentha viridis = Mentha spicata subsp. spicata der einen, M. spicata subsp. glabrata der anderen Autoren)
   

Stängellose Kratzdistel mit Stängeln (Cirsium acaule "f. caulescens")

Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna) ...

... mit einfachem Griffel/Steinkern, Blatt tief gelappt, kaum gezähnt, Blattunterseite bläulich grün, Kelchblätter kaum länger
als breit, stumpf
   

Crataegus x subsphaericea (= C. monogyna x rhipidophylla) ...

...ist oft sehr ähnlich und durch alle Übergänge mit C. monogyna verbunden; aber Kelchblätter länger als breit, zugespitzt.
 
   

Zweigriffliger Weißdorn (Crataegus laevigata)...

... zweigriffelig, Blatt kaum gelappt, oval, unterseits gelblich grün.
   

Crataegus x calycina (= Crataegus laevigata x lindmannii). Überwiegend zweigriffelig.

Blatt mäßig tief gelappt,
unterseits rein bis gelblich grün;

Früchte leuchtend rot, die zugespitzten, länglichen Kelchblätter schräg abstehend bis aufgerichtet.
 
 
Ansprechpartner: Armin Jagel