Bochumer Botanischer Verein e. V. - Exkursionen
Hattingen, Grüner Weg im LWL-Industriemuseum Henrichshütte - 13.09.2015


Das Gelände der Henrichshütte Hattingen ist nur eine von vielen Industriebrachen im Ruhrgebiet, auf denen sich nach Werksstilllegung eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt entwickelt hat. Charakteristisch für das ehemalige Eisenhüttenwerk ist die Strukturvielfalt der Fläche, die unterschiedlichste Standortbedingungen aufweist. Rund um den Hochofen, zwischen Produktions- und Gleisanlagen, in Erzbunkern und im Möllergraben gedeihen sowohl wärmeliebende Neophyten als auch heimische Wildkräuter.

Leitung: Birgit Ehses

Protokoll



Auf dem Gelände des Museums Henrichshütte

Pioniergehölze
 

Sand-Birke (Betula pendula)

Zitter-Pappel (Populus tremula)

und Waldrebe (Clematis vitalba) mit Blüten ...

... jungen Früchten.
 
   

Bahnflora wie Sommerflieder (Buddleja davidii) in weiß ...

... und natürlich auch in violett

Kleiner Orant (Chaenorhinum minus)

Stinkender Storchschnabel (Geranium robertianum)

Sand-Schaumkresse


... Cardaminopsis arenosa


Im Schotter zu Tausenden über das gesamte Gebiet verteilt ...

... eine niederliegende neophytische Wolfsmilchart, die Flecken aufweist.

Bei näherer Betrachtung allerdings ...


... sind die Flecken nicht die typischen Flecken der Gefleckten Wolfsmilch (Euphorbia maculata), sondern eher ein Pilzbefall ...


... und noch näher ...

... hingeschaut ...

... sprechen die Blütenstände (Cyathien) und die Behaarung der Früchte für die Niederliegende Wolfsmilch (Euphorbia prostrata)...

... die auch den übertrieben akademischen Namen "Hingestreckte Schiefblattwolfsmilch" trägt. Sie ist noch viel seltener als die Gefleckte Wolfsmilch und für NRW noch nicht in der Florenliste aufgeführt.

Vieles ist schon vertrocknet
 

Dach-Trespe (Bromus tectorum)

Kleines Liebesgras (Eragrostis minor)

Gelbweißes Ruhrkraut ...

... Helichrysum luteoalbum

Ein große Seltenheit und bisher selten gefunden in Westfalen ...

... das Steifgras (Catapodium rigidum)

Wilder Oregano (Origanum vulgare)

Der Flechtenkundler ...
 

... demonstriert ein ...

... Fundstück

... die Blaualgenflechte Collema crispum

Der ehemalige Verlauf der Ruhr
 

Lästlinge der Aue piesacken noch heute

Ein Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata) in Ermangelung von Kartoffelpflanzen auf (mehltaubefallenem) Bittersüßem Nachtschatten (Solanum dulcamara)

Heimisches wie die Großblütige Königskerze ...

... Verbascum densiflorum

Dürrwurz-Alant (Inula conyzae)

Wegwarte (Cichorium intybus)

Fuchsrote Borstenhirse (Setaria pumila)

Bitterkraut...

... Picris hieracioides

Verwilderte Zierpflanzen, z.B. Weicher Frauenmantel ...

... Alchemilla mollis ...

... und Rotkelchige Nachtkerze (Oenothera glazioviana)

Armenische Brombeere (Rubus armeniacus)

Und immer wieder die Niederliegende Wolfsmilch

Weichsel-Kirsche (Prunus mahaleb)

Und überall mal wieder

... der Götterbaum mit seinen langen gefiederten Blättern ...

... Ailanthus altissima ...

... mit Früchten

Selten in Westfalen, das Niedrige Fingerkraut (Potentilla supina)

Kornelkirschen (Cornus mas)

Zum Abschluss in den Katakomben noch zwei Mauerfarne, der Braunstielige Streifenfarn (Asplenium trichomanes) und ...

... und die Mauerraute (Asplenium ruta-muralis).
 
Ansprechpartner: Armin Jagel