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Lerchensporne - Corydalis spp. (Fumariaceae) Im zeitigen Frühjahr überzieht der Hohle Lerchensporn (Corydalis cava) den Boden frisch-humoser, nährstoff- und basenreicher Buchenwälder mit dichtem Grün. Wenn die Bäume im Mai belaubt sind, ist von diesen Frühblühern fast nichts mehr zu finden. Sie sind mit ihrem Vegetationszyklus an den Lichthaushalt der winterkahlen Laubwälder angepasst. |
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![]() Bestand des Hohlen Lerchensporns (Corydalis cava) im Botanischen Garten Bochum |
![]() Blütenstand: die Tragblätter der Blüten sind ungeteilt |
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Der Hohle Lerchensporn, dessen Name sich auf die Ähnlichkeit des Sporn mit der Zehe einer Haubenlerche bezieht, zählt zu den Frühlingsgeophyten. Er treibt aus einer ausdauernden unterirdischen Knolle aus. Diese entsteht aus der Verdickung des Wurzelhalses (wie beim Radieschen, sog. Hypokotylknollen). Beim Hohlen Lerchensporn stirbt das verbrauchte Speichergewebe jährlich von innen her ab, so dass die Höhle sich vergrößert. Außen lagert sich neues Speichergewebe an. |
Nach dem Erscheinen der blaugrünen Laubblätter zeigen sich die roten, manchmal auch weißen Blüten (= Corydalis cava f. albiflora). Sie lassen zwei große äußere Kronblätter erkennen. Das obere, die Fahne, besitzt einen langen dicklichen Sporn, das untere steht fast waagerecht vor und dient den Blütenbesuchern als Landeplatz (schwarzer Pfeil in der folgenden Abbildung). Von hier aus müssen sie die beiden kürzeren inneren Kronblätter (das Schiffchen) abwärts biegen, um an den im Sporn verborgenen Nektar zu kommen. Dabei klappt das Schiffchen auf und die Narbe tritt hervor. Sie wurde bereits in der Blütenknospe mit dem Pollen der eigenen Staubblätter belegt. Beim Einkriechen in die Blüte bleibt der Pollen auf der Bauchseite des Insekts haften und wird beim Besuch der nächsten Blüte an deren Narbe abgegeben. Zur Selbstbestäubung kommt es nicht, da die Blüten selbststeril sind. |
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![]() Morphologie und Funktionalität der Lerchensporn-Blüte |
![]() Der weiß blühende Hohle Lerchensporn (Corydalis cava f. albiflora) |
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Wenn man die großen Kronblätter entfernt und das Schiffchen herab biegt, sieht man die mit Pollen bepackte Narbe, darunter die nun verkürzten Staubblätter und die gestielte Nektardrüse, die in den Sporn hineinragt. Manchmal findet man Löcher im Sporn (s. Abb. zur Morphologie). Hier haben Insekten (z. B. kurzrüsselige Hummeln) versucht, den Nektar unter Umgehung des vorderen Eingangs aufzusaugen. |
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Während die
Pflanzen einziehen, reifen die Samen heran. Sie befinden sich in aufspringenden
hülsenähnlichen Früchten, sind kugelig schwarz, glänzend und haben ein weißes
Anhängsel, ein Futterkörperchen (Elaiosom). Ameisen schleppen die Futterkörper
samt Samen in ihre Nester und tragen so zur Ausbreitung der Art bei. |
| Der Hohle Lerchensporn ist heimisch in Westfalen, man findet ihn aber nicht indigen im Bochumer Raum. Hier wächst aber in einigen Parks und im Naturschutzgebiet Ölbachtal im Bochumer Norden der (fast nie weiß blühende) Gefingerte Lerchensporn (Corydalis solida), benannt nach den deutlich gefingerten Blüten-Tragblättern (im Ggs. zu C. cava, dessen Tragblätter die ganzrandig sind). Seine Knolle ist anders als bei Hohlen Lerchensporn nicht hohl, sondern komplett gefüllt. | |
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![]() Die Tragblätter der Blüten sind tief geteilt |
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Als weiterer Frühjahrsgeophyt kommt in NRW der ähnliche, sehr seltene, wenigblütige Mittlere Lerchensporn (Corydalis intermedia), z. B. im Teutoburger Wald vor. Er hat ungeteilte Tragblätter der Blüten wie Corydalis cava, hat aber weniger Blüten und weist am Grunde des Stängels ein Niederblatt, was dem Hohlen Lerchensporn fehlt. |
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Sehr unterschiedlich zu den bisher genannten Arten treten in Nordrhein-Westfalen noch zwei weitere Lerchensporn-Arten auf, die heute auch in andere Gattungen gestellt werden. Der Gelben Lerchensporns (Corydalis lutea = Pseudofumaria lutea), bildet keine Knolle aus. Er ist bei uns nicht einheimisch, wird aber häufig kultiviert und ist aus Anpflanzungen an verschiedenen Stellen in Nordrhein-Westfalen und auch im Bochumer Raum eingebürgert. Sie stammt aus den westlichen Alpen, ist kalkliebend und wächst dort bevorzugt in Fels- und Mauerritzen. |
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![]() Gelber Lerchensporn... |
![]() ... Corydalis (Pseudofumaria) lutea |
Die letzte Lerchensporn-Art Nordrhein-Westfalens ist der weißlich gelb blühende Rankende Lerchensporn (Corydalis claviculata = Ceratocapnos claviculata). Er ist eine einjährige Art, die im Unterwuchs von Kiefernforsten bzw. von Birken-Eichenwäldern im atlantisch geprägten Nordwesten des Landes vorkommt. |
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![]() Rankender Lerchensporn... |
![]() ... Corydalis (Ceratocapnos) claviculata |