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Ritterstern, Amaryllis - Hippeastrum (Amaryllidaceae) |
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| Einleitung Der Ritterstern (Gattung Hippeastrum) gehört mit seinen großen, prachtvollen Blüten zu den Highlights auf der winterlichen Fensterbank. Bei ihm treffen weihnachtliche Farbkombinationen (rot/grün bzw. weiß/grün) und Blütezeit passenderweise zusammen, um ihn zu einer "Weihnachtspflanze" zu machen. |
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| Name und
Systematik Der Ritterstern wird im Volksmund häufig "Amaryllis" genannt, die Bezeichnung geht auf Carl von Linné zurück, der die Rittersterne dieser Gattung zuordnete. Erst Mitte des 20. Jh. wurde die Gattung Hippeastrum mit ihren etwa 80 Arten - nach vielen Diskussionen unter Botanikern - als eigenständige Gattung abgetrennt. Als echte Amaryllis bliebt (zunächst) einzig die südafrikanische Amaryllis belladonna übrig (s. u.). Ihren Namen verdanken die Rittersterne dem englischen Geistlichen und Hobbybotaniker WILLIAM HERBERT (1778-1847), der ihn 1837 erfand. Für seine Namenswahl gibt es mehrere Deutungen: Entweder erinnerten ihn die Knospen an ein Pferdeohr oder Pferdekopf (griech. hippos = Pferd) und die Blüte an einen sechsstrahligen Stern (griech. astron = Stern), oder die Blüte erinnerte HERBERT - einen Kenner mittelalterlicher Geschichte - an den Morgenstern eines Ritters (griech. hippeus = Ritter). |
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![]() Ritterstern auf der Fensterbank in rot ... |
![]() ... und in weiß |
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Herkunft und Züchtungen |
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Aussehen |
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![]() hohler Blütenschaft (Blütenstandsstiel) |
![]() Oberfläche eines Blütenblattes |
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![]() Blick in eine Blüte mit Nebenkrone an der Basis der Blütenblätter |
![]() Längsschnitt durch die Blüte mit Nebenkrone |
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![]() Blüte im männlichen Zustand: die Staubblätter biegen sich nach oben, die Staubbeutel sind reif und bieten den Pollen an. Der Griffel zeigt gerade nach vorne, die Narbe ist noch geschlossen und steril. |
![]() Blüte im weiblichen Zustand: der Griffel hat sich nach oben gebogen, die jetzt geöffnete Narbe gelangt dadurch an die Stelle, an der zuvor die Staubbeutel standen. |
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| Die Farbpalette der Blüten reicht von weiß über rosa bis hin zu verschiedensten Rottönen. Auch gefüllte und mehrfarbige Blüten werden angeboten: kontrastreich gestreift, gepunktet oder mit andersfarbigem Blütengrund. | ||
![]() Weiß blühende, gefüllte Sorte auf einer winterlichen Fensterbank |
![]() Zweifarbige, gestreifte Sorte 'Carnival' |
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Kultur
Am wichtigsten bei der
Pflege des Rittersterns ist dabei die strikte Einhaltung der etwa sechswöchigen
Ruhezeit. Daneben sind folgende Details zu beachten: |
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![]() Gekauft ... |
![]() ... ausgepackt... |
![]() ... eingepflanzt. |
Warten! |
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Wenn sich der Blütenschaft zu zeigen beginnt, stellt man den Topf hell und warm bei ca. 22-25 °C. Erst wenn der Blütenschaft etwa handhoch gewachsen ist, beginnt man zunächst mit mäßigem Gießen, anderenfalls forciert man zu früh das Blattwachstum und hemmt die Entwicklung der Blüte. Jetzt kann auch eine zweiwöchige Düngung und eine regelmäßige Übersprühung beginnen. Mit dem Öffnen der Blüte sollte das Besprühen dann wieder eingestellt werden. | ||
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Zwischen Austrieb und Blüte vergehen in der Regel etwa 8 Wochen, man kann dies nutzen, um die Pflanzen genau zur Weihnachtszeit zum Blühen zu bringen. Um die Blütezeit zu verlängern oder das Aufblühen zu verzögern, stellt kann man die Pflanzen etwas kühler. Abgeblühte Schäfte kann man am Grund abschneiden, um eine kräftezehrende Samenbildung zu verhindern. Wird die Samenbildung dagegen erwünscht, um Saatgut für neue Exemplare zu erhalten, dann sollte dieses rasch eingesät werden, da die Samen bereits nach einigen Wochen ihre Keimfähigkeit verlieren. Ein zweites Aufblühen ist nur zu erwarten, wenn die Pflanze weiterhin mäßig gegossen und gedüngt wird. Ein deutliches Dickenwachstum der Zwiebel zeigt die gute Verwertung von Nährstoffen und Wasser an. Während der Reaktivierungszeit stellt man die Pflanze am besten an einen sonnigen Standort. Ab August bereitet man sie auf die bevorstehende Ruhephase vor, indem man die Düngung einstellt und die Wassergabe drosselt. Ab September wird gar nicht mehr gegossen. Auf das in den nächsten vier Wochen folgende Verwelken (Einziehen) der Blätter ist gelassen zu reagieren. Während dieser Zeit stellt man die Pflanze an einen kühlen, durchaus auch dunklen Ort. Je nachdem, wann man die blühenden Pflanzen haben will, topft man dann in frische Erde und treibt das Wachstum wie beschrieben erneut an. | |||
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![]() .... stehen im Weihnachtsdekoladen auch haltbare und pflegeleichte Exemplare aus Stoff oder Synthetik bereit. | ||
| Giftigkeit Insbesondere die Zwiebeln der Rittersterne sind stark giftig. Sie enthalten als Hauptwirkstoffe die Amaryllidaceen-Alkaloide Lycorin, Tazzettin, Haemanthamin, Hippeastrin, Galanthamin, Montamin, Hippacin und Pancranin. Bei einigen gemeldeten Vergiftungsfällen von Kindern kam es zu Erbrechen und Durchfall. | |||
Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) |
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Nach der Abspaltung von Hippeastrum (s. o.) galt die Gattung Amaryllis lange Zeit als monotypisch mit der Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) als einziger Art. Erst im Jahr 1998 wurde von der südafrikanischen Botanikerin Deirdré Anne Snijman mit Amaryllis paradisicola eine zweite Art beschrieben. Die Gattung Amaryllis ist nach einer hübschen Schäferin aus den 10 Hirtengedichten (Eclogae) von Vergil benannt. Der Name leitet sich vom griechischen ‚amaryssein' (= funkeln lassen) ab, was sich bei der Pflanze auf die Pracht des Perigons bezieht. Das Artepitheton ‚belladonna' bedeutet "schöne Frau". | |||
![]() Belladonnalilie (Amaryllis belladonna) |
Amaryllis belladonna stammt aus kapnahen Bergregionen Südafrikas mit Winterregen. Nach Europa wurde die Art im 18. Jahrhundert eingeführt. Auf der britischen Kanalinsel Jersey tritt sie sogar verwildert auf, weshalb sie auch unter dem Namen Jersey-Lilie bekannt ist. Die sonnenreichste der britischen Inseln zeichnet sich durch ein ganzjährig mildes, atlantisch geprägtes Klima aus und die Wintermonate sind fast immer frostfrei. Die "echte" Amaryllis (Amaryllis belladonna) ist bei uns im Handel allerdings kaum erhältlich. | ||
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Wie der Ritterstern überdauert die Belladonna-Lilie die ungünstige Jahreszeit mit einer Zwiebel als Überdauerungsorgan. Die schmalen, parallelnervigen Laubblätter werden etwa 14 bis 60 cm lang und sterben jedes Jahr ab. Am Blütenschaft, der im Unterschied zu Hippeastrum nicht hohl sondern kompakt ist, stehen 6-12 Blüten doldenartig zusammen. Die zwittrigen, dreizähligen Blüten weisen eine Länge von 10 cm und einen Durchmesser von etwa 8 cm auf. Im Gegensatz zu den Hippeastrum-Arten bilden sie keine Nebenkrone aus. Bei der Belladonnalilie erscheinen die leuchtend roten Blütenstängel mit den hell- bis dunkelrosafarbenen Trompetenblüten im August-September aus der blattlosen Zwiebel. In ihrer Heimat auf der Südhalbkugel entsprechend im Februar bis März, weshalb sie dort auch "March-Lily" genannt wird. Die Laubblätter erscheinen erst nach der Blüte und sterben im April/Mai des Folgejahres ab. Danach durchläuft die Zwiebel ihre Ruhephase bis zur erneuten Blütezeit. Die Kultur der Belladonnalilie ist deutlich schwieriger als die des Rittersterns. Überwintert die Pflanze draußen, droht sie in unseren Klimaten zu erfrieren. Als Zimmerpflanze gehalten, bzw. bei zu hohen Temperaturen, blüht sie nicht. Eine Freilandkultur erfolgt am besten im Kübel. Hierdurch kann man die Pflanze besser trocken halten und im frostigen Winter oder wenn die Blühphase mit schlechtem Wetter zusammentrifft ins Haus stellen. Im Frühling und Sommer muss die Pflanze zur Blütenbildung sehr trocken gehalten werden. Im Winter bevorzugt die Art einen feuchten und hellen Standort mit Temperaturen um 5 °C. | |||
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Literatur:
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