Bochumer Botanischer Verein e. V. - Bilder/pictures


Walnussbaum - Juglans regia (Juglandaceae)

Ingo Hetzel

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Der Walnussbaum (Juglans regia) ist ein Laubbaum aus der Familie der Walnussgewächse (Juglandaceae). Der Name leitet sich wahrscheinlich von "gallische Nüsse" (lat. Nux gallica) ab, das als "wählisch nuz" ins Deutsche übersetzt wurde. "Walchen" oder "Welsche" ist dabei die altdeutsche Bezeichnung für die Bewohner Galliens (Frankreichs). Der lateinische Name Juglans wird abgeleitet von "Jovi glans" und bedeutet übersetzt so viel wie "Jupiters Eichel", da die jungen Früchte Eicheln ähneln und man in der Antike annahm, dass sie eine Speise der Götter darstellten. Die Bezeichnung "regia" bedeutet "königlich", und weist wohl auf die mächtige Gestalt des ausgewachsenen Baumes hin.

Morphologisch gesehen handelt es sich bei der Walnuss entgegen den Angaben in den meisten Lehrbücher tatsächlich um eine echte Nuss: die gesamte Fruchtwand ist trocken und hart und öffnet sich zur Reife nicht. Die grüne Hülle wird zwar häufig als Fruchtwand einer Steinfrucht gedeutet, sie entsteht aber nicht aus Bestandteilen der Blüte, sondern aus darunter angelegten Vorblättern.
Die Dreiteiligkeit der "Frucht" (Grüne Hülle, Nussschale und Nusskern) wird in der christlichen Mythologie auch als Dreieinigkeit gedeutet, dabei stellt der süße Kern das Fleisch Christi dar, das in Marias Schoß (der Nussschale) heranwächst. Von dieser Symbolik her ist der Walnussbaum also eine klassische Weihnachtspflanze.


unauffällige, weibliche Blüte einer Walnuss, die mit Ihrer Narbe Pollen fängt

Walnussfrüchte am Baum

Walnüsse im Verkauf, Sorte 'Hartley' aus Nord-Amerika

Eine seltene Ausbildung bei der Walnuss: eine Nuss mit drei Klappen

Neben ihren großen, wohlschmeckenden Nussfrüchten, die auf keinem Weihnachtsteller fehlen dürfen, wird die Walnuss vor allem für ihr qualitativ hochwertiges Holz geschätzt. Die relativ großen Fiederblätter enthalten ätherische Öle, die beim Zerreiben einen typisch aromatisch-würzigen Geruch hervorrufen. Menschen, die unter einem Walnussbaum eingeschlafen sind, berichten aufgrund dieser Öle von Kopfschmerzen und einer kurzzeitlichen Benommenheit. Interessant ist weiterhin, dass Juglans regia mit dem Farbstoff "Juglon" über einen Wundschutzstoff verfügt, der, wenn er über den Regen ausgewaschen oder über die Wurzeln in den Boden gelangt, phyto- und fungitoxisch bzw. wachstumshemmend wirkt und damit Konkurrenten um Wasser und Nährstoffe fernhält (Allelopathie).

Man darf annehmen, dass sich das natürliche Areal von Juglans regia einst über West- und Mittelasien erstreckte. Dabei werden die Gebirge von Elburs, Hindukusch, Himalaya sowie das tibetische Hochland als Lebensraum genannt. Im Tertiär, in der das Klima wesentlich wärmer war als heute, war die Gattung Juglans zudem auch in weiten Teilen Europas indigen. Eine genaue Abgrenzung des ursprünglichen Verbreitungsgebietes erweist sich jedoch als schwierig, da sich die Walnuss bereits seit vorgeschichtlicher Zeit als Kulturbaum großer Beliebtheit erfreute und vielfach angepflanzt wurde. Mit Sicherheit wurde sie seit römischer Zeit in weiten Teilen Süd-, West- und Mitteleuropas kultiviert.

Auch heute wird die Walnuss wegen ihrer Früchte in klimatisch begünstigten Gebieten in der temperaten Zone der nördlichen Hemisphäre angebaut. Bei uns findet man sie häufig als Ziergehölz in Gärten. Von hier aus ist in den letzten Jahren eine natürliche Ausbreitung in naturnahe Ökosysteme festzustellen, wo die kleinen Walnuss-Gehölze möglicherweise schon zeitnah zu blühfähigen und fruchtenden Exemplaren heranwachsen könnten. Die Verbreitung erfolgt dabei vor allem durch Nagetiere (z.B. Eichhörnchen) und Vögel (z.B. Spechte und Krähen).


2008 verwildert im Weitmarer Holz in Bochum
(I. Hetzel)

2008 verwildert in Herne in der Nähe des STEAG-Geländes (C. Buch)

2008, Jungpflanze verwildert im Laerholz in Bochum-Querenburg (A. Jagel)

2008 verwildert am Grimberg in Bochum-Querenburg (I. Hetzel)
Weitere Fotos  

vegetative Knospe

Knospen männlicher Kätzchen

männliche Blüten

2008 im NSG Elbtaldünen in Niedersachsen, Schale einer Nuss (Bochumer Botanischer Verein)

gefächertes Holz im Längsschnitt

2005, Stamm im Botanischen Garten Bochum
(A. Jagel)