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Baum
des Jahres 2010 Porträt
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Einleitung |
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![]() Blühende Vogel-Kirschen ... |
![]() ... am Mittelrhein |
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Systematik Aus Prunus avium
sind zahlreiche Kulturformen wie z. B. die Herz-Kirsche (Prunus
avium ssp. juliana) mit weichem Fruchtfleisch sowie die Knorpel-Kirsche
(Prunus avium ssp. duracina) mit festem Fruchtfleisch hervorgegangen.
Diese Selektionen wurden bereits mehrere Jahrhunderte v. Chr. im Schwarzmeerraum
angebaut. Durch die Römer gelangten sie dann später nach Mitteleuropa.
Prunus avium ist nach verschiedenen Autoren mit der Steppen-Kirsche
(Prunus fruticosa) eine der beiden Elternarten der Sauer-Kirsche
(Prunus cerasus), die in Kultivargruppen der Morellen, der Amarellen
und Schattenmorellen gegliedert wird. Verbreitung und Lebensraum |
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![]() Baum im Winter in Rüggeberg (Ennepe-Ruhr-Kreis/Westfalen) |
![]() Blühender Baum im Frühling zwischen Birnbaum (Pyrus communis) und austreibender Blut-Buche (Fagus sylvatica 'Atropurpurea') in Asbeck (Ennepe-Ruhr-Kreis/Westfalen) |
| Morphologie Die Süß-Kirsche ist ein laubabwerfender Baum von mittlerer Größe, der bis 20 (-25) m hoch und 5-8 (-10) m breit werden kann. Die Krone ist zunächst locker eiförmig, im Alter eher rund mit einem vergleichsweise recht kurzen Stamm. Die Bäume haben eine Lebenserwartung von 80-100 Jahren, sie werden also nicht besonders alt. Die wechselständigen, eiförmigen Blätter sind im Austrieb bronzefarben und vergrünen dann rasch. Der Blattrand ist scharf gesägt. Am Blattgrund sitzen zwei stark eingeschnittene, grünlich-rote Nebenblätter. Unmittelbar unterhalb der Blattspreite sind am rötlich überlaufenen Blattstiel mehr oder weniger große, grünlich-rote, warzige Verdickungen zu erkennen. Hierbei handelt es sich um Nektardrüsen. Diese werden, da sie nicht in der Blüte ausgebildet sind, als "extraflorale Nektarien" bezeichnet. Sie produzieren besonders in den ersten Wochen nach dem Austrieb viel Nektar und locken somit zahlreiche Ameisen (Formica obscuripens) an, die im Gegenzug das Individuum zu diesem Zeitpunkt vor den noch jungen Schädlingen wie bspw. Raupen schützen. |
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![]() Nebenblätter |
![]() Extraflorale Nektardrüsen |
| Die Blüten erscheinen mit oder während des Laubaustriebs im April und verströmen einen süßlichen Duft. Die Blütenbildung erfolgt an ein- oder mehrjährigen Kurztrieben, die daher als "Infloreszenz-Kurztriebe" bezeichnet werden. Im Frühjahr stellt die Vogel-Kirsche eine wichtige "Bienenweide" dar, da die Blüten sehr viel Nektar enthalten. In der fünfzähligen Blüte befinden sich eine Vielzahl von Staubblättern, aber nur ein Fruchtblatt, aus dem jeweils eine Kirsche entsteht. Der Kelch ist frischgrün, die Kronblätter sind rein weiß. | |
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![]() Blüten von der Seite, mit Kelch, der den mittelständigen Fruchtknoten umschließt (Pfeil) |
![]() Blüte aus der Nähe mit vielen Staubblättern und einer einzigen Narbe (Pfeil, mouse it!) |
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| Die Früchte
der Vogel-Kirsche, die Kirschen, sind botanisch gesehen Steinfrüchte
mit einem häutigen Exokarp (der "Schale"), einem fleischigen
Mesokarp (Fruchtfleisch) und einem stark verholzten Endokarp ("Stein").
Die Früchte der Wildform machen während des Reifungsprozesses
einen Farbwechsel von anfänglich grün über leuchtend rot
bis hin zu schwarzrot durch. In den Steinkernen sitzen die Samen. Sie sind
für Menschen giftig, da sie das Blausäureglykosid Amygdalin enthalten.
Der Kernbeißer ist einer der wenigen heimischen Vogelarten, die solche
Steinfrüchte knacken kann. Kirschen schmecken süßlich und sind für zahlreiche Vogelarten eine willkommene Nahrung. Die "Samen" (eigentlich die Steinkerne) werden daher hauptsächlich durch Vögel ausgebreitet (Verdauungsausbreitung), woher auch die volkstümliche Bezeichnung "Vogel-Kirsche" stammt. Wilde Süß-Kirschen enthalten verglichen mit den im Obstbau angepflanzten Züchtungen einen, im Vergleich zum Fruchtfleisch sehr großen Steinkern und sind insgesamt deutlich kleiner. Sauer-Kirschen enthalten rund doppelt so viele Fruchtsäuren (überwiegend Äpfelsäure) wie Süß-Kirschen und schmecken daher weniger süß. |
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![]() Kirschen ... |
![]() ... in rot ... |
![]() ... und schwarz |
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Die Herbstfärbung ab Mitte Oktober ist spektakulär und deckt ein breites Farbspektrum von gelb über orange bis hin zu leuchtend rot ab. |
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![]() Baum im Herbstlaub bei Ennepetal (Westfalen) |
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| Das Sprosssystem ist sehr deutlich in Langtriebe und Kurztriebe differenziert. Generell sind die Äste etwas steiftriebig oder sparrig verzweigt. Die eiförmigen, spitz zulaufenden, rotbraunen Winterknospen sind 4-5 mm lang. | |
![]() Zweig im Winter mit Langtrieben (LT) und Kurztrieben (KT) |
![]() Kurztrieb mit Blütenknospen |
![]() Seitenknospe am Langtrieb |
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Ein Großteil der Prunoideen-Arten enthält auch in den vegetativen Organen hohe Konzentrationen an Blausäuren. Bei Verletzungen der Triebe verströmen sie einen intensiven Bittermandelgeruch, der durch das toxische Blausäureglykosid Prunasin hervorgerufen wird. Solche Blausäureglykoside dienen wahrscheinlich als Schutz der Pflanzen vor dem Befall von parasitischen Pilzen. Die braune Borke, eine ausgeprägte Ringelborke, löst sich in kurzen, krausen Streifen vom Stamm. Sowohl am Stamm als auch an den Trieben sind große braune Lentizellen ausgebildet, die dem Gasaustausch dienen. Sie bleiben bis in hohe Alter erhalten. |
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| Das zunächst rötliche, feinstrukturierte Holz der Vogel-Kirsche dunkelt im Laufe der Zeit an der Luft und im Licht nach, so dass es letztlich dunkel rotbraun, mahagoniartig gefärbt ist. Charakteristisch sind kleine lokale Verfärbungen und vereinzelte Harzgänge. Aufgrund der leichten Bearbeitbarkeit und Färbung wird das Holz in der Möbelindustrie sowie in der Tischlerei geschätzt. | |
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| Als Herzwurzler hat Prunus avium einen besonders hohen Anteil an Faserwurzeln im oberen Bodenhorizont. Gelegentlich werden Ausläufer gebildet, die besonders nach Verletzungen der Wurzel und nur in ausreichend lockeren Substraten auftreten. | |
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Verwendung |
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![]() Prunus avium 'Plena' |
![]() Prunus avium 'Plena' |
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Literatur
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