Bochumer Botanischer Verein e. V. - Exkursionen
Kreis Unna, Bergkamen, Halde Großes Holz - 12.07.2020


Ursprünglich befand sich auf dem heutigen Gebiet der Halde Großes Holz in Bergkamen ein ausgedehntes Waldgebiet mit dem Namen "Großes Holz", nach dem die Halde benannt wurde. Nach der Abholzung wurden hier bis 1975 Unmengen an taubem Gestein kegelförmig aufgeschüttet. Heute ist die Halde mit einer Fläche von über 200 ha die zweitgrößte im Ruhrgebiet. Die Adener Höhe stellt mit 148 m ü. NN ihren höchsten Punkt dar. Nach Abschluss der Aufschüttung wurde die Halde rekultiviert. Nördlich und östlich der Adener Höhe entstand auf einer "Hochebene" ein langgestreckter Park – der sogenannte Korridorpark. Im Nordwesten befindet sich das "Blaue Band" mit blau blühenden Stauden und Sträuchern. Bis heute hat sich die Halde mit ihren unterschiedlichen Lebensräumen für Flora und Fauna zu einem wertvollen Sekundärbiotop entwickelt. Eine Vielzahl von seltenen Pflanzen und Tieren hat einen geeigneten Lebensraum gefunden. Neben gefährdeten Arten der Roten Liste NRW können auch viele Arten gefunden werden, die bei der Rekultivierung eingeschleppt wurden oder aus Ansaaten stammen. Einige konnten sich einbürgern, darunter auch wirkliche Exoten für die Flora des Landes.

Leitung: Werner Hessel, Dr. Götz H. Loos, Corinne Buch & Dr. Armin Jagel

Protokoll


Einführung mit Corona-Abstand in kleiner Runde...

... zu kleiner Runde, denn 10 sind mit Anmeldung erlaubt, eine*r ist nicht erschienen, das ist doch sehr bedauerlich! (© A. Jagel)

Geruchstest mit Maske (© A. Jagel)

Großer Odermennig (Agrimonia procera, © C. Buch)

Heimische Pflanzen am Wegrand

Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium, © A. Jagel)

Immer häufiger werdend, der Rundblättrige Storchschnabel (Geranium rotundifolium, © A. Jagel)

Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium, © C. Buch): Sie hat es schon vor der Halde im Großen Holz gegeben.

Salbei-Gamander (Teucrium scorodonia, © A. Jagel), ein Hinweis auf saure Böden.

Bereits fruchtend, der Taumel-Kälberkropf (Chaerophyllum temulum, © A. Jagel)

Dafür blüht jetzt der Gewöhnliche Klettenkerbel (Torilis japonica, © A. Jagel). Und ja: heimisch, trotz des irreführenden Namens.

Dürrwurz-Alant (Inula conyzae, © A. Jagel)

Gewöhnliches Eisenkraut (Verbena officinalis, © A. Jagel)


Roter Zahntrost (Odontites vulgaris, © A. Jagel)


Silber-Fingerkraut (Potentilla argentea, © A. Jagel)

Nickender Löwenzahn (Leontodon saxatilis, © C. Buch)

Wilde Möhre (Daucus carota) mit Mohrenblüte in der Mitte der Dolde, wonach die Art Möhre genannt wird (© C. Buch)

Nicht zu vergessen die vielen Gehölze, z.T. gepflanzt, z.T. von selbst gekommen

Wolliger Schneeball (Viburnum lantana, © A. Jagel), nicht heimisch in Westfalen

Auf einer Ulme ruht ein C-Falter (Polygonia c-album, © A. Jagel)

Späte Traubenkirsche (Prunus serotina, © C. Buch) aus Nord-Amerika

Nicht alle gepflanzen Bäume vertragen die Trockenheit, hier ein Silber-Ahorn (Acer saccharinum, © A. Jagel)

A. Jagel

© C. Buch

Krause Distel (Carduus crispus s. l.) ...

... deren Pappus wie bei allen Carduus-Arten einfach (nicht gefiedert) ist (© A. Jagel)

Färber-Hundskamille (Anthemis tinctoria, © A. Jagel), eine Art, die in NRW im Osten heimisch ist und dort sogar auf der Roten Liste geführt wird, die aber in weiten Teilen des Landes auch eingesät wird und sich dann oft einbürgert.

Und nun wird es immer exotischer

© C. Buch

Die übertrieben pinke Kronen-Lichtnelke (Lychnis coronaria, © A. Jagel), auf dem Gelände an vielen Stellen eingebürgert, ...

... und gerne besucht vom Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni, © C. Buch)

© A. Jagel

Bart-Nelke (Dianthus barbatus, © A. Jagel)

Riesen-Mannstreu (Eryngium giganteum, © A. Jagel)

... aus den Gebirgen des Kauksus, der Türkei und des Iran (© A. Jagel)

Und wohl genauso spektakulär der Wollige Fingerhut (Digitalis lanata, © C. Buch), der hier mit bis zu 200 Pflanzen seit Jahren eingebürgert ist (W. Hessel)

Aufstieg an Leuchttürmen vorbei (© C. Buch)

Das Blaue Band (© C. Buch)

Baumfreie Zone erreicht (© W. Hessel)

Letzer Aufstieg zum Gipfel (© A. Jagel)

© A. Jagel

Aussicht genießen (© A. Jagel)

Was der Pott halt zu bieten hat (© A. Jagel)

Zum Schluss noch ein Highlight

Die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera), die bereits fruchtet (© W. Hessel)

Eine Orchideen-Art der Roten Liste ... (© W. Hessel)

Anfang Juni sah sie so aus. Sie hat sie hier hier in mehrere Exemplaren zwischen Goldrute (Solidago gigantea) angesiedelt, wie das schon in anderen Regionen NRWs beobachtet wurde (© W. Hessel)
   
 
Ansprechpartner: Armin Jagel